Healthy dish
13 Dezember 2019

Kochen, Essen und Diabetes

     

Als ich gefragt wurde, einen Blog über Diabetes, Kochen und Essen während der Festtage zu schreiben, musste ich nicht lange überlegen. Ich beschäftige mich leidenschaftlich gerne diesem Thema.

Ich genieße auch all die guten Dinge des Lebens und liebe es, viel Zeit in der Küche zu verbringen. Als meine Bauchspeicheldrüse beschloss, kein Insulin mehr zu produzieren, habe ich das ziemlich schnell akzeptiert. Ich bin immer noch fasziniert von der Tatsache, dass alle Arten von Kohlenhydraten eine andere Wirkung auf meinen Blutzucker haben. Darum denke ich oft darüber nach, wie ich mit dieser Tatsache am besten umgehe. Soll ich mich kohlenhydratarm ernähren? Oder vielleicht nur langsame Kohlenhydrate essen und schnellen Zucker weg lassen? Wie vermeide ich hohen Blutzucker nach dem Essen? Und wie gehe mit Hypos um, wenn ich mich verschätzt habe?

Festessen zu den Festtagen

Ich benutze seit über 13 Jahren eine Insulinpumpe, mit der ich Insulin so dosieren kann, wie es mir am besten passt. Während der Festtage wird man mit Partys und ausgedehnten Abendessen bombardiert, die nicht immer in den Zeitplan passen. Es war schwierig, das mit einem Pen zu bewerkstelligen, da ich dabei auf feste Mahlzeiten achten musste. Aber jetzt kann ich mich darauf verlassen, dass mich mein Basalprofil durch die Zeit zwischen den Mahlzeiten bringt. Außerdem kann ich mich auf den Bolusrechner meiner Pumpe verlassen, der berechnet, wie viel Insulin ich z.B. für Snacks zwischendurch brauche.

Ich habe auch immer eine Flasche Limonade dabei, weil man einfach nicht weiß, was auf Partys serviert wird. Nur ein Schluck und ich bin wieder fit. Wenn es Alkohol gibt, nehme ich immer ein Glas Sekt. Nicht nur eines meiner Lieblingsgetränke (ich mag süße Getränke nicht besonders), sondern auch das Getränk, dass sich am wenigsten auf meinen Blutzucker auswirkt. Dazu nasche auch gerne kohlenhydratreiche Snacks – ohne dafür zu bolussen. Suppen sind auch immer eine gute Wahl. Zu Beginn scanne ich immer den Raum, um mir einen Überblick zu verschaffen, was es noch so gibt, damit ich meine Kohlenhydrate gut verteilen kann. Um Brot mache ich meistens einen Bogen, weil mein Blutzucker dadurch in die Höhe schießt und ich viel Insulin brauche, um ihn wieder zu beruhigen. Außerderm ist es meistens eh nicht so lecker.

Einfach genießen!

Generell bin ich bei Kohlenhydraten sehr wählerisch. Zum Glück stehe ich auch nicht so auf Desserts. Allerdings kann ich mir vorstellen, wie schwierig es sein muss, wenn man eine Naschkatze ist. Der beste Rat, den ich geben kann, ist bewusst zu essen und es zu genießen. Macht euch keine Sorgen, dass ein Tag mit „schlechter“ Ernährung all die harte Arbeit zunichtemacht, die ihr die restliche Woche in eine gesunde Ernährung gesteckt habt. Genießt die Festtage, genießt die Snacks und vor allem: Genießt die Zeit, die ihr mit eurer Familie verbringt. Ihr schafft es – auch wenn ihr Diabetes habt!

Wenn ihr auf der Suche nach einem guten Rezept seid, das euren Blutzucker nicht aus der Bahn wirft, dann ist dieser Quinoa-Salat mit Edamame eine tolle Vorspeise. Er hat nur 13,5 g Kohlenhydrate pro 100 g. Kleiner Tipp: 75 g Salat lassen sich in einem kleinen Glas (wie auf dem Foto) wunderbar als Vorspeise servieren. Das sind gerade mal 10 g Kohlenhydrate pro Portion.

Das Rezept: Quinoa-Salat mit Edamame

Ihr braucht:

  • 120 g Quinoa (dreifarbig) (64 g Kohlenhydrate/100 g) = 76,8 g Kohlenhydrate
  • 300 ml Wasser
  • 70 g Zuckermais aus der Dose (13 g Kohlenhydrate/100 g) = 9,1 g Kohlenhydrate
  • 125 g Kidneybohnen aus der Dose (14 g Kohlenhydrate/100 g) = 17,5 g Kohlenhydrate
  • 75 g geschälte Edamame-Bohnen (gefroren) (11 g Kohlenhydrate/100 g) = 8,25 g Kohlenhydrate
  • 60 g rote Paprika (4,5 g Kohlenhydrate/100 g) = 2,7 g Kohlenhydrate
  • frische glatte Petersilie
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 45 g rote Zwiebeln
  • 30 g blanchierte Haselnüsse (17 g Kohlenhydrate/100 g) = 5,1 g Kohlenhydrate
  • 130 g rohen Blumenkohl (5 g Kohlenhydrate/100 g) = 6,5 g Kohlenhydrate
  • 60 g Zitronensaft
  • 1 TL Salz
  • 25 g Olivenöl
  • 30 g Senf
  • Frisch gemahlenen Pfeffer
  • Gartenkresse

So geht’s:

  1. Wasser zum Kochen bringen und Quinoa hinzufügen und bei mittlerer Hitze kochen. Die Quinoa ist fertig, wenn das gesamte Wasser aufgenommen ist und ein winziger Keim aus dem Korn hervortritt. Die Quinoa abkühlen lassen.
  2. Den Zuckermais, die Kidneybohnen und die aufgetauten Edamame abspülen und zum Abtropfen beiseitelegen.
  3. Paprikas in kleine Würfel schneiden und mit Mais und Bohnen mischen.
  4. Die Petersilie, die Frühlingszwiebel und die rote Zwiebel fein hacken und hinzugeben.
  5. Die Haselnüsse in einer heißen Pfanne ohne Öl rösten. Abkühlen lassen, in kleine Stücke hacken und unter den Salat mengen.
  6. Die Blumenkohlröschen zu Blumenkohlreis fein hacken und zum Salat geben.
  7. Für das Dressing Zitronensaft, Salz, Olivenöl und Senf vermischen. Mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen.
  8. Das Dressing über den Salat geben.
  9. Den Salat eine Viertelstunde ruhen lassen, in Glasschalen oder Schüsseln geben und als Vorspeise oder Beilage servieren.
  10. Mit etwas roter Zwiebel und Gartenkresse garnieren.

Über Cathy


Mein Name ist Cathy. Ich bin verheiratet und habe zwei Töchter. Ich lebe in Belgien und wurde 2002 im Alter von 30 Jahren mit Typ-1-Diabetes diagnostiziert. Meine Diabetes-Hilfsmittel sind meine Accu-Chek-Insight-Insulinpumpe und Dexcom G6. Meine Leidenschaft gilt dem Backen und Kochen.

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